Das Skript zur 10. Folge


DaF-Show #10

Willkommen zur 10. Folge der DaF-Show, der Online-Show zum Deutsch lernen! Mein Name ist Stefan und hier sind unsere aktuellen Themen: unter anderem geht´s diesmal über den deutschen Sonntag, die Betonung, wie teuer das Wohnen in Deutschland ist und über das Oktoberfest. Nun aber zu etwas völlig anderem… Los geht‘s!

  • Wissenswertes über DaF und Deutschland

Heute: der deutsche Sonntag

Am Sonntag wird in Deutschland in der Regel nicht gearbeitet. Es ist ein Ruhetag, an dem jeder normalerweise ausschlafen kann und den Tag nach seinen eigenen Vorstellungen verbringt. Nach einer 5-Tage-Woche kann sich der arbeitende Mensch am Sonntag ausruhen. Aber: Ist der Sonntag aus wirtschaftlicher Sicht heute noch möglich? Nach Meinung vieler Deutscher hat gerade dieser Tag eine besondere Qualität und die zunehmende Freizeit verändert die Gestaltung dieses Tages grundlegend. Viele Versuche, den Sonntag zu einem normalen Werktag zu machen, wurden von der Bevölkerung eindeutig abgelehnt. Der jüdische Sabbat ist von jeher Vorbild für den Sonntag. In der frühchristlichen Kirche wurde das Sabbatgebot auf den Sonntag als ersten Tag der Woche übertragen, in Erinnerung an die österliche Auferstehung Christi. Im Jahre 321 erklärte erstmals der römische Kaiser Konstantin den Sonntag zum Ruhetag, an dem außer Feldarbeit keine Tätigkeit verrichtet werden durfte. In Deutschland erhält der Sonntag erst Jahrhunderte später, mit der Weimarer Reichsverfassung, Verfassungsrang. 1919 in der Weimarer Republik wurde er zum Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erbauung erklärt. Dies wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik Deutschland 1949 mit Artikel 140 des Grundgesetzes festgeschrieben. Wirtschaftliches Wachstum und Arbeitszeitverkürzung, vor allem die stufenweise Durchsetzung des arbeitsfreien Samstags ab 1956, führten in Deutschland insgesamt zu mehr Freizeit. Der Sonntag blieb weiterhin ein ganz besonderer Tag. Heute wollen 77 Prozent der deutschen Bevölkerung nicht darauf verzichten. Ausschlafen steht dabei besonders hoch im Kurs, dicht gefolgt von Fernsehgucken. Das Mittagessen mit der Familie reizt etwa 50 Prozent der Menschen, der Spaziergang fast drei Viertel, wobei der sogenannte Sonntagsstaat, die gepflegte Garderobe, nicht mehr so wichtig zu sein scheint. Die kirchliche Bindung und die Verbindlichkeit des traditionellen Kirchgangs lassen in Deutschland seit Mitte der 1960er-Jahre nach. Heute gehört der Besuch des Gottesdienstes für jeden sechsten Bundesbürger noch zum Sonntagsritual.

  • Die Aussprache

Heute: Die Betonung

Deutsche Grundwörter werden in der Regel auf der ersten Silbe betont. Beispiele: die Schule, die Tonne, kommen, kam, mit, während, mager, eitel. Die Flexion (Deklination, Konjugation, Komparation) beeinflusst die Betonung nicht. Beispiele: die Schulen, die Tonnen, gekommen, kamen, magerer, am eitelsten… Die Ableitungen: Der Akzent bleibt an derselben Stelle wie beim Grundwort, wenn eine akzentlose Konstituente dazukommt. Beispiele: be-, ge-, ver-, -ig, -bar, -keit, -heit, -ung… Die akzentlosen Konstituenten werden nie betont, auch wenn das Grundwort nicht mehr klar erkennbar ist wie z.B. in „Geschäft“. Der Akzent wechselt, wenn eine akzentuierte Konstituente zum Grundwort hinzukommt. Die akzentuierte Konstituente trägt dann den Akzent. Beispiele: das Abkommen, die Einschulung, das Einkommen, weggehen…

  • Nachrichten aus DaF und Deutschland

Heute: Wo Wohnen am teuersten ist

Die weltweite Finanzkrise spüren viele Deutsche jetzt sehr direkt: auf dem heimischen Immobilienmarkt. Aus Angst vor Inflation stecken immer mehr Menschen ihr Geld in Wohneigentum – und treiben damit Preise und Mieten nach oben. Am kostspieligsten ist der Süden der Republik. Wohnen wird in Deutschland immer teurer. Laut dem aktuellen Wohn-Index des Marktforschungsinstituts F+B sind Kaufpreise und Mieten im dritten Quartal 2011 deutlich gestiegen. Der Trend ziehe sich durch alle Wohnsegmente, berichtet F+B: von Eigentumswohnungen über Einfamilien- bis hin zu Doppelhäusern. Die höheren Immobilienpreise schlagen sich auch in den Mieten nieder. Laut F+B sind die Mieten in den vergangenen zwölf Monaten um 1,2 Prozent gestiegen. Der F+B-Wohn-Index Deutschland, der die Preisentwicklungen der verschiedenen Segmente zusammenfasst, stieg im dritten Quartal 2011 um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal – das ist fast doppelt so viel wie die allgemeine Inflationsrate.

  •  Grammatik

Heute: die Personalpronomen im Nominativ

Die Personalpronomen, auch persönliche Fürwörter genannt, werden unterschieden nach: Personen: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, Sie, sie. Numerus: Singular und Plural. Kasus: Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv. Die Personalpronomen im Nominativ: 1. Pers. Sing.: ich / 2. Pers. Sing.: du / 3. Pers. Sing.: er/sie/es / 1. Pers. Pl.: wir / 2. Pers. Pl.: ihr / 3. Pers. Pl.: sie/Sie / Beispiel: Wo liegt das Buch? Es liegt hier. Das möchte ich jetzt lesen. Sonderstellung des Pronomens „es“: Man kann sagen: „Er kommt!“ / „Sie kommt!“ – Man kann nicht sagen: „Es kommt!“ Steht das „es“ im Akkusativ, kann es im Gegensatz zum „ihn“ oder „sie“ nie vor dem finiten Verb stehen: Ihn meine ich. Sie meine ich. Aber nicht: Es meine ich. Nicht vergessen! -Personalpronomen haben grundsätzlich den gleichen Genus der Substantive, die sie ersetzen. -Das neutrale Pronomen „es“ kann nicht betont werden. -Zur Weiterführung im Text nimmt man die Pronomina der/die/das in Alltagsdialogen.

  • Kultur, Land und Leute

Heute: das Oktoberfest

Auf der Wies´n sagt man: „O‘zapft is“. Das Oktoberfest in München (mundartlich Wiesn) ist eines der größten Volksfeste der Welt. Es findet seit 1810 auf der Theresienwiese in der bayerischen Landeshauptstadt München statt und wird Jahr für Jahr von rund sechs Millionen Menschen besucht; im Jahr 2011 zog das Oktoberfest fast sieben Millionen Besucher an. Für das Oktoberfest brauen die Münchner Brauereien ein spezielles Bier (Wiesn-Märzen) mit mehr Stammwürze und damit auch mit höherem Alkoholgehalt (rund 6–7 %). Das Oktoberfest wird im Bairischen meist Wiesn (von Theresienwiese) genannt. Das Genus von Wiesn ist weiblich (die Wiesn, im Bairischen d’Wiesn), der Numerus ist Singular. Da es sich bei Wiesn um die bairische Form von Wiese (Singular) und nicht von Wiesen (Plural) handelt, ist ein Apostroph bei der Schreibung nicht nötig. Der Begriff Wiesn wird neben dem Oktoberfest auch für die Theresienwiese selbst verwendet; man kann also auch außerhalb der Oktoberfestzeit auf die Wiesn gehen. Während des Oktoberfestes wird die Theresienwiese im offiziellen Sprachgebrauch auch als Festwiese bezeichnet, so beispielsweise auf den Hinweisschildern der öffentlichen Verkehrsmittel, die während des Festes extra montiert werden.

  •  Das Quiz!

Zum Schluss klären wir die Quizfrage der letzten Folge, die wie folgt lautete: „Was ist die deutsche Bedeutung von „Science Slam“? Die Antwort musste lauten: Ein Science Slam (deutsch: Wissenschaftswettstreit) ist ein wissenschaftliches Kurzvortragsturnier, bei dem Wissenschaftler ihre Forschungsthemen innerhalb einer vorgegebenen Zeit vor Publikum präsentieren. Die Frage der heutigen Folge ist: Wie viele Wörter hat die deutsche Sprache?

Schreibt die Antwort wie immer an die Mailadresse: dafonlinehow@gmail.com. Das war‘s mal wieder für heute, ich freue mich auf ein nächstes Mal mit euch und wünsche an dieser Stelle viel Spaß beim Deutsch lernen, schreiben und sprechen! Tschüss!

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s